Herder-Preisverleihung 2018

 

Am 08. März 2018 war es wieder soweit – die Herder-Preise wurden ausgelobt. Rund 160 Leute folgten der Einladung des Fördervereins zur traditionellen Herder-Preisverleihung, um der Auszeichnung besonders engagierter Schülerinnen und Schüler beizuwohnen. Darunter unter anderem Lehrkräfte, Schüler_innen, Ehemalige und Eltern, sowie natürlich die Laudator_innen und Preisträger_innen des Abends.

Den lautstarken Auftakt der Veranstaltung gab die Trommelgruppe Tamborinhos unter der Leitung von Herrn Paul Galonska.

Die Vorsitzende des Fördervereins Janina Schulz und die ehemalige Schülerin Amina Ott eröffneten ihre Moderation mit der Frage, wer von den anwesenden Gästen schon einmal einen Preis bzw. eine Auszeichnung für freiwilliges Engagement erhalten habe. Denn Preise zu erhalten ist nicht selbstverständlich. Deshalb hat es sich der Förderverein seit 2003 zur Aufgabe gemacht, im zweijährigen Turnus Schülerinnen und Schüler auszuzeichnen, die von einer inneren Motivation getrieben werden, ihr Talent und ihren Fleiß immer weiter auszubauen und dabei zur Verbesserung der Schulgemeinschaft beizutragen. Gleichzeitig zeichnen sich die Herder-Preisträger auch stets dadurch aus, dass sie ihre Mitschüler_innen unterstützen und ihr Wissen teilen, ohne dabei eine Gegenleistung zu erwarten. Denn natürlich sollten Preise oder Auszeichnungen nicht die Motivation für solch ein Handeln darstellen.

Der erste Preis des Abends wurde von den Vorsitzenden des Fördervereins Frau Janina Schulz und Herrn Peter Skutta überreicht. Die beiden betonten in ihrer Laudatio, wie wichtig es für den Förderverein sei, von motivierten und engagierten Schülern und Schülerinnen bei ihrer Arbeit unterstützt zu werden. Denn obwohl sie im Vorstand meist diejenigen sind, die neue Projekte initiieren, fallen immer wieder Aufgaben an, die sie ohne Unterstützung nicht bewältigen könnten. Einer dieser Schüler ist Robin Beck. Robin war in den vergangenen Jahren stark an dem Aufbau und dem Erfolg des Schulshops beteiligt. Selbst seine Freizeit investierte er darin, den Shop ein- und umzubauen, Plakate zu erstellen und den Verkauf zu organisieren. Doch sein Engagement beschränkt sich nicht nur auf den Förderverein, sondern wirkt sich auch auf andere Belange in der Schulgemeinschaft aus. Insbesondere bei der Planung und Durchführung musikalischer Veranstaltungen des Gymnasiums oder der Gestaltung der Projekte „Schüler musizieren für Schüler‘“ ist Robin stets beteiligt. Getreu Herders Zitat: „Nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herzen existieren“ zeichnete der Vorstand des Förderverein deshalb Robin Beck mit dem Ehrenpreis des Fördervereins aus.

Den zweiten Preis des Abends übergab Frau Sabine Luthe. Als Koordinatorin für Fremdsprachen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft hielt sie die Laudatio auf den Herder-Preisträger in der Kategorie Sprachen: Thomas Hoffmann. Thomas zeichnet sich durch ein überdurchschnittliches Interesse an Fremdsprachen aus, was er sowohl im als auch außerhalb des Unterrichts beweist. Durch seine starke kommunikative Kompetenz gibt er oft neue Impulse im Unterrichtsgeschehen und trägt dadurch uneigennützig zum Lernzuwachs der anderen bei. Zudem nutzt er seine Sprachgewandtheit auch in seiner Tätigkeit als Schülersprecher, um andere von seinen Ideen für die Schulgemeinschaft zu überzeugen. Alles in allem ist Thomas Hoffmann somit ein verdienter Herder-Preisträger in der Kategorie Sprachen.

Im Anschluss an diese Preisübergabe folgten zwei Chor-Intermezzos. Zum einen durften wir den Beitrag „Pacem“ des Chores unter der Leitung von Frau Engelmann genießen, zum anderen gab der Chor von Herrn Peuthert den Song „Rinderwahn“ zum Besten.

Passend dazu ging es im Programm mit der Verleihung des Herder-Preises in der Kategorie Musik weiter, den in diesem Jahr sogar zwei junge Menschen erhielten.

„Immer die besten Leistungen erbringen, immer höher hinaus und den Weg nach oben ohne Wenn und Aber verfolgen.“ So begann die Laudatio von Frau Johanna Engelmann und Herrn Paul Galonska, um die Schülerin Nele Binkau auszuzeichnen. Denn was Nele hervorhebt, sind nicht nur ihre Zielstrebigkeit, ihr Ehrgeiz und ihr Leistungsvermögen, sondern die Kombination dieser Eigenschaften mit ihrem Gespür für Mitmenschen und ihrem Einsatz für andere. Und wie sich genau das im schulischen und außerschulischen Alltag zeigt, verpackten die beiden Laudatoren des Fachbereichs Musik in ihrer Rede. Unter anderem initiierte Nele die Gründung der Trommelgruppe Tamborinhos, half bei unzähligen Konzerten sowohl auf als auch hinter der Bühne und unterstützte die Verwirklichung von Chor- und Bandfahrten. Gleichzeitig geht auch die Gründung des Chores „Die Engel und Bengel“ auf Nele zurück, bei der sie außerdem durch ihre Offenheit ein wichtiges Bindeglied zwischen jüngeren und älteren Schüler_innen darstellt. Alles in allem werden Schulveranstaltungen und die Ensemblearbeit des Herder-Gymnasiums durch Nele Binkaus Mitwirken maßgeblich unterstützt, wodurch sie unverzichtbar für die Schulgemeinschaft ist und somit den Herder-Preis Musik mehr als verdient hat.

Herr Fred Rösler, Musiklehrer des Herder-Gymnasiums, eröffnete seine Rede für Robin Morgenstern mit einer Anekdote und einer damit verbundenen, für Herrn Rösler rätselhaften, Frage. „At least we tried“ waren die Worte, die eines Tages an der Tafel im Probenraum der Schulband auftauchten. Doch was hatte das zu bedeuten? Sollten die Worte einen Band- oder Songnamen darstellen, ein Lebensmotto sein oder doch einen völlig anderen Hintergrund haben? Die Frage blieb ungeklärt, doch was Herr Rösler uns mit dem Sinnieren über diese Worte über den Schüler Robin Morgenstern verriet, stellte die Auszeichnung von Robin mit dem Herder-Preis definitiv nicht in Frage. Denn Robin ist bereits seit der 6. Klasse Mitglied in der Schulband und bereichert seit jeher die Proben vor allem mit seinen kreativen Ideen an den Instrumenten. Er unterbreitet Vorschläge für das Arrangement von Stücken, beteiligt sich an Eigenkompositionen der Band und wirkt in diesem Zusammenhang an zahlreichen schulischen Konzerten mit. Auch sein Mitwirken beim Transport und der Betreuung von technischen Geräten machen Robin Morgenstern zu einem unverzichtbaren Schüler im Bereich Musik.

Sein musikalisches Können bewies Robin direkt im Anschluss gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Schulband. Sie begeisterten das Publikum mit 8 days a week von den Beatles.

Nachdem die Musik-Preise überreicht waren, präsentierte der DS-Kurs der Oberstufe unter der Leitung von Herrn Duscha sein Theaterstück „Tinder Love“, das teilweise auf dem Drama „Beben“ von Maria Milisavljevic basiert. Das Stück wurde bereits im Februar im Rahmen eines schulübergreifenden Projekts im Theater an der Parkaue aufgeführt und handelt von vereinsamten Bewohnerinnen eines Seniorenheims, die von ihrem Leiter einen Gutschein für eine Tinder App erhalten. Beim Ausprobieren dieser App kam es allerdings zu einigen nicht vorhersehbaren Komplikationen, die von dem Publikum als sehr unterhaltsam wahrgenommen wurden.

Im Anschluss ging es auch bei den Preisverleihungen spannend weiter. Die Professorin der Kunsthochschule Weißensee, Frau Prof. Mona Jas, ist in das Projekt „Research Lichtenberg“ involviert, an dem auch Schülerinnen und Schüler des Herder-Gymnasiums teilnahmen. Hierbei begaben sich Schülerinnen und Schüler des Herder-Gymnasiums gemeinsam mit Studierenden der Kunsthochschule auf eine Forschungsreise in Lichtenberg, um den Bezirk künstlerisch-gestalterisch zu erkunden. Als Ergebnisse des Projekts entstanden Fotografien, Filme und Texte, die auch bei der Herder-Preisverleihung ausgestellt wurden.

Die Laudatio an diesem Abend hielt Frau Prof. Jas auf die Schülerin Christina Minz. Von Mitschüler_innen wird Christina als „eine wundervolle Tänzerin“ beschrieben, die bei „vielen Schulkonzerten und musikalischen Werkstätten ihr Können unter Beweis stellt“. Christina inspiriert dabei ihre Mittanzenden und schafft es die anderen auch zu begeistern. Da Frau Prof. Jas bereits vor der Herder-Preis-Verleihung Christina kennenlernen und sich eine paar Tanzschritte von ihr beibringen lassen konnte, war sie selbst von Christinas Persönlichkeit beeindruckt. Zusätzlich zu ihrem Engagement im schulischen Rahmen tanzt Christina erfolgreich beim „Team Recycled“ und gibt selbst Tanzunterricht. Im August wird sie an den Hip-Hop Weltmeisterschaften in Arizona teilnehmen und plant nebenbei auch, eine eigene Tanzschule zu eröffnen. Bei all ihren Vorhaben wünschen wir als Förderverein Christina Minz viel Erfolg.

Dass all unsere Herder-Preisträger wirklich überdurchschnittliches Engagement auszeichnet, wurde auch in der Laudatio von Schulrätin Carola Pruß deutlich. Sie überreichte den Herder-Preis in der Kategorie gesellschaftliches Engagement an die Schülerin Heike Benecke. Im DS-Unterricht der Oberstufe brachte sie sich außerordentlich kreativ ein und unterstütze mit viel Ausdauer und Geduld die Umsetzung der Projekte. Dies zeigte sich in dem akribischen Zeichnen von Kostümentwürfen, dem eigenständigen Designen und Nähen der Kostüme sowie dem selbstständigen Redigieren von Textfassungen. Nebenbei organisierte sie mit großem Elan mehrere Kuchenbasare, um Geld für die benötigten Stoffe und Materialen zu sammeln. Gleichzeitig ist Heike auch ein wichtiges Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus”. Sie hat in der AG sowie in der Projektwoche 2017 immer wieder wichtige Ideen eingebracht sowie die Schule bei überregionalen Treffen vertreten.

Mathematikprofessorin Frau Prof. Dr. Angela Schwenk durften wir schon zum zweiten Mal als Laudatorin beim Herder-Preis begrüßen, da sie bereits 2014 eine Preisträgerin in der Kategorie Naturwissenschaften auszeichnete. In diesem Jahr stellte sie mittels mathematischer Argumentation neun Gründe dar, die für eine Auszeichnung des Schülers Maxim Fenko sprechen. Dazu zählten unter anderem sein logisches und vernetztes Denken, seine Neugierde in den Naturwissenschaften und seine sozialen Fähigkeiten. Besonders hervorgehoben wurde dabei Maxims Arbeit an einer selbstentwickelten Teslaspule. Maxim baute und entwickelte eine eigene Teslaspule und begeisterte mit seinem Projekt sowohl Lehrkräfte und Mitschüler_innen als auch Besucher beim Tag der offenen Tür des Gymnasiums.

Den letzten Herder-Preis des Abends überreichte der Lichtenberger Bezirksstadtrat Wilfried Nünthel. Dieser bedankte sich zunächst dafür, dass er durch die Teilnahme an der Veranstaltung auch einmal einen Einblick in das Innere der Schulgemeinschaft erhalten konnte, von dem er laut eigener Aussage äußerst positiv beeindruckt sei. Herr Nünthel setzte seine Laudatio mit den Worten fort, dass er bisher noch niemanden kenne, der eine Auszeichnung dafür erhält, andere tagtäglich „auf‘s Kreuz zu legen“. Dabei meinte er natürlich nicht, dass der Herder-Preisträger in der Kategorie Sport, Marcus Popov, ständig Leute hereinlegt, sondern dass er in der Schule für sein sportliches Können im Kampfsport Karate bekannt war. Von seinen Lehrkräften wurde Marcus, der 2017 sein Abitur am Herder-Gymnasium ablegte, als sympathischer und bescheidener Schüler beschrieben, der in Schule und Sport gleichermaßen ehrgeizig, zuverlässig und einsatzbereit war. Den- seinen- Kampfsport konnte er dabei eindrucksvoll seinen Mitschüler_innen im Sportkurs näher bringen. Zudem war er integraler Bestandteil der Sprint- und 800m-Staffeln, sowie der Volleyball- und Fußballmannschaften. Marcus Popov konnte somit im Bereich Sport überzeugen, wofür er den Herder-Preis in der Kategorie auch verdient hat.

Nachdem alle Herder-Preise überreicht waren, folgte ein weiterer Beitrag der Trommelgruppe Tamborinhos sowie Worte von Frau Grzesik und Herrn Peuthert. Im Namen der Schulgemeinschaft bedankten sich die beiden bei den Eltern Carola Kühl und Jana Binkau, die schon über viele Jahre hinweg sehr engagierte Elternarbeit leisten, welche keineswegs selbstverständlich, aber ungemein wichtig für die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule ist.

Die Vorsitzende Frau Janina Schulz setzte mit einer Danksagung an Frau Caren Buschko und ihre Unterstützung des Fördervereins fort. Frau Buschko ist stets an allen anfallenden Grafikarbeiten beteiligt, die der Förderverein ohne ihre Unterstützung nicht leisten könnte.

Auch Herrn Frank Duscha wurde für seine Arbeit zur Auf- und Zusammenstellung des Programms der Verleihung ein Blumenstraß überreicht.

Zum Abschluss der Veranstaltung hoben Janina Schulz und Amina Ott noch einmal das überdurchschnittliche Engagement in einem oder mehrere Bereichen hervor, das alle Preisträger gemeinsam haben. Gleichzeitig bedankten sie sich bei Gazprom und der Buchhandlung Petersohn, die seit Jahren den Förderverein finanziell unterstützen. Ein Dank ging außerdem an die Laudatoren und alle Mitwirkenden des Abends, die das Gelingen der Veranstaltung ermöglicht haben.

Abgerundet wurde die Veranstaltung nach dem offiziellen Teil noch durch einen geselligen Abend. Bei kleinen Snacks und Getränken konnten alle Gäste noch miteinander ins Gespräch kommen und so den Tag ausklingen lassen.